Start Presse Ein Festtag der Schützen - 100 Jahre BSV Lüdenscheid
Ein Festtag der Schützen - 100 Jahre BSV Lüdenscheid PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Montag, 25. Januar 2010 um 11:31
24.01.2010 · LÜDENSCHEID - Märsche waren dabei, Johann Gottfried Piefkes "Preußens Gloria" natürlich, aber auch der Queen-Hit "We are the Champions", ein Charleston-Medley oder Filmmusik aus dem Piratenstreifen "Fluch der Karibik": Zum Gründungstag des nunmehr 100 Jahre alten Bürger-Schützen-Vereins Lüdenscheid (BSV) präsentierte der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Attendorn am Samstag eine Vielzahl von Melodien, die bei den rund 400 Gästen im Kulturhaus gut ankamen. Doch auch Dr. Eckhard Trox, Leiter der städtischen Museen, bekam viel Applaus für seine Erläuterungen zu den zehn Jahrzehnten Schützen-Geschichte im Rahmen des Abends "BSV in Concert - 100 Jahre in Noten und Worten".

Rolf Linnepe, der Vorsitzende des Bürger-Schützen-Vereins, stellte Trox als "einen der herausragenden Kenner des Schützenwesens" vor, der sich mit der Ausstellung zum Jubiläum der Lüdenscheider Schützengesellschaft (LSG) vor vier Jahren ausgezeichnet habe. Bei der Begrüßung der Ehrengäste hob Linnepe hervor, dass es sich um "einen Festtag der Schützen" handelte und Personen wie Klaus Stallmann, Präsident des Westfälischen Schützenbundes (WSB), oder der kommissarische Vorsitzende des Schützenkreises Lüdenscheid, Thomas Linnepe, Vorrang hätten vor dem Bundestagsabgeordneten Dr. Matthias Heider, der Landtags-Vizepräsidentin Angela Freimuth, dem Landtagsabgeordneten Bernd Schulte, Landrats-Stellvertreterin Renate Schulte-Fiesel oder Bürgermeister Dieter Dzewas.

Dzewas ging in seinem Grußwort auf die "Integrationsleistung" ein, die die Bürgerschützen als Verein für die Menschen aus der Stadt und der Landgemeinde Lüdenscheid schon in den Jahren nach der Gründung erbrachten. Zwar war über lange Zeit ein Nebeneinander der Schützenvereine in der Bergstadt möglich, "nichtsdestotrotz wird ein Konzentrationsprozess notwendig sein", meinte der Bürgermeister mit Blick auf die sinkenden Mitgliederzahlen. WSB-Präsident Stallmann, der Rolf Linnepe je eine Plakette des Deutschen und des Westfälischen Schützenbundes sowie einen Fahnennagel überreichte, hob den Beitrag der Schützenvereine zum gesellschaftlichen Leben hervor, aber auch zum sportlichen Geschehen. In diesem Zusammenhang betonte er die Bedeutung der Jugendarbeit.

In den Erklärungen von Museumsleiter Dr. Eckhard Trox, die sich mit den vom Attendorner Musikzug unter der Leitung von Dirigent Wolfgang Schulte dargebrachten Musikstücken abwechselten, spielte die generelle Entwicklung des Bürger-Schützen-Vereins ebenso eine Rolle wie die eine oder andere Anekdote - zum Beispiel, dass das Vereinsvermögen im Zuge der Inflation von 1923 erst von 587 auf 11 Milliarden Reichsmark anwuchs, "um dann ins Bodenlose zu stürzen". Vorreiter in der Region sei der BSV bei der Einrichtung einer Damenschießgruppe in den 1950er Jahren gewesen. Mehrfach erwähnte der Historiker die von den Bürger-Schützen erbrachte Eigenleistung, die zum Beispiel die Umgestaltung des Festplatzes im Zuge der Begradigung der Heedfelder Straße wegen des Autobahnanschlusses oder den Bau des Festsaals an der Hohen Steinert erst möglich machten.

Im Anschluss an "BSV in Concert" bestand noch die Möglichkeit zu Gesprächen im Kulturhausfoyer, wobei die Sängerin Sally Carter auftrat.

 

Lüdenscheider Nachrichten, 24.01.2010

 
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